Schwangere: Westfälische Nachrichten v. 5.8.2020

Ambulante Gesundheitsversorgung in Lüdinghausen auf dem Weg in die Normalität
Kinderärztliche Versorgung im Blick, Bürgermeisterkandidat will „Arztlotse“ sein
 

Viele Frauen in Lüdinghausen kennen und schätzen Maria Kolve-Wilde, die seit über 30 Jahren erst auf der Entbindungsstation im Marienkrankenhaus und jetzt in ihrer Hebammenpraxis in der Münsterstraße Schwangere begleitet und unterstützt. Aber in den vergangenen Monaten mussten viele Frauen coronabedingt auf die Geburtsvorbereitungs-kurse und Begleitungen durch ihre Hebamme weitestgehend verzichten. Langsam kehrt aber auch in diesem Bereich der Gesundheitsversorgung in Lüdinghausen wieder Normalität ein, wie Kolve-Wilde jetzt Bürgermeisterkandidat Ansgar Mertens und Ratskandidatin Ingeborg Bartsch in einem Gespräch berichtete.

„Als die Hebammen Mitte März alle Kurse absagen mussten und nur noch eine Betreuung zuhause möglich war, rissen für viele Schwangere die sozialen Kontakte und der Austausch mit anderen Frauen komplett ab. Aber gerade das ist in dieser Phase so wichtig. Auch die Beteiligung der Väter an der Geburtsvorbereitung und später während der Geburt im Krankenhaus selbst, war nur eingeschränkt möglich. Ich bin froh, dass ich sagen kann, dass wir so langsam wieder in einen Normalzustand zurückkehren und die Betreuung in kleineren Gruppen vor und nach der Geburt wieder gewährleisten können. Das ist eine große Erleichterung für die Mütter und die jungen Familien.“

Mertens informierte sich überdies zur kinderärztlichen Versorgung vor Ort und den Möglichkeiten der medizinischen Betreuung in den Kinderkliniken in Coesfeld, Datteln und Münster. „Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung wird künftig auch die Aufgabe der Stadt und des Bürgermeisters sein. Sollte mir diese Aufgabe anvertraut werden, sehe ich mich auch als „Arztlotse“: Damit meine ich die Unterstützung bei Nachfolgeregelungen sowie Neuansiedlung weiterer (Fach-)ÄrztInnen. Mit Blick auf die kinderärztliche Betreuung sind wir zur Zeit froh, mit Dr. Braun einen Kinderarzt vor Ort zu haben. Ich setze mich dafür ein, dass das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt und bedarfsgerecht sogar noch ausgebaut wird. Wir nehmen in Lüdinghausen eine wichtige Funktion für die gesundheitliche Versorgung im gesamten Südkreis ein. Dieser Verantwortung wollen wir mit unserem Krankenhaus, den vielen therapeutischen Praxen, Ärztinnen und Ärzten sowie Apotheken auch weiterhin gerecht werden. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das für die kommunale Daseinsvorsorge ist. Es gibt sogar mittlerweile Städte, die selber eine Arztpraxis aufbauen und dann einen Arzt anstellen, der die Praxis betreibt. Das mindert das Risiko für Jungärzte und schafft Flexibilität. Inwieweit das auch ein Konzept für uns ist, muss man abwarten.“